Drei Gedichte über die Trauer, nicht miteinander reden zu können, obwohl man es möchte. Und darüber, dass der Tod jeden weiteren Versuch unmöglich macht. Ein ist von einem Menschen gemacht.

Version 1
Zwischen den Worten
Ich sitze hier,
deine Stimme ein Schatten,
verschleierte Klänge,
die von der Zeit fortgetragen werden.

Wir suchten uns,
in den Wind geflüstert,
unsere Gedanken streiften,
wie Vögel im Winter,
aber die Kälte blieb,
und ich hörte nur das Echo,
in den leeren Räumen meiner Seele.

Nun bist du fort,
der stille Raum atmet,
und ich halte deine Stille,
wie ein zerbrochenes Glas,
so scharf und so klar,
dass ich mich daran schneide.

Die Worte bleiben ungesagt,
sie sinken in die Dunkelheit,
während ich hier bin,
verloren, allein, mit deinem Schatten.

KI oder Mensch?

Version 2
In den stillen Stunden der Nacht
spreche ich zu dir, doch die Worte
verlieren sich in der Leere deines Raums.

Wir versuchten es so oft,
mit Gesten, die wie Schatten tanzten,
mit Blicken, die aneinander vorbeiglitten.

Deine Stimme, ein Flüstern im Wind,
erreichte mich nie ganz,
und meine blieb in der Kehle stecken.

Nun bist du fort,
hinter dem Schleier, der uns trennte,
endgültig gefallen.

Ich taste nach Erinnerungen,
an Nächte, wo wir fast verstanden,
doch der Schmerz pulsiert im Takt
der ungesagten Sätze,
und ich warte allein auf ein Echo, das nie kommt.

KI oder Mensch?

Version 3
An einen Toten
Unsere Worte,
wie aufgeblähte Vögel,
wie Hüllen um Nichts,
geworfen in die Luft.

Sie fielen ins Wasser
eines tiefen Teiches,
schlugen kaum Wellen,
durchbrachen die Stille nicht.

Wir verfehlten einander,
trieben leise voneinander fort,
obwohl wir es anders wollten.

Das ist das eigentliche Leid,
zu wollen und nicht zu können:
zueinander finden. Wieder.
Manchmal, nur manchmal
möchte ich glauben
an ein Leben nach dem Tod.

KI oder Mensch?

Die Auflösung gibt es unter Punkt A2 in Quiz-Auflösungen.

Beitragsbild: Vheer.com

Prompt zur Kreation des Beitragsbildes: „Erstelle mir ein Bild von einem Vater und einem erwachsenen Sohn, die bisweilen miteinander sprachen, aber es nie schafften, einander zu nähern, die einander vorbei geredet haben. Mittlerweile ist der Vater tot und der Sohn bedauert das stetige Aneinander-Vorbei-reden in der Vergangenheit.“


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